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Haltung
Über die Haltung von Malawiseebuntbarschen ist schon viel geschrieben worden. Daher möchte ich mich (zunächst) auf einige ausgewählte Aspekte beschränken, die ich für wichtig erachte.

Haltung

Die richtige Ernährung

Malawiseebuntbarsche sind Futterspezialisten und haben sich bei ihren Nahrungsbedürfnissen an ihren natürlichen Lebensraum angepasst. Das empfindliche Verdauungssystem der Malawibuntbarsche, insbesondere das der Aufwuchsfresser, benötigen ein sorgfältig ausgewähltes Futterangebot.  Aufwuchsfresser ernähren sich in erster Linie von Algen. Darin sind häufig kleine Krebstiere und Insektenlarven enthalten. Entgegen weitläufiger Meinung besteht die Ernährung der Auchwuchsfresser also nicht nur aus pflanzlicher Kost. Gerade Mbunas benötigen für eine artgerechte Haltung pflanzliches Futter mit einem geringen Fettanteil und reichlich Ballaststoffen. Der Gehalt von tierischen Proteinen sollte nicht zu hoch sein. Ich füttere meine Malawis (Mbunas) sowohl mit Trockenfutter als auch (selten) mit Frostfutter. Wichtig ist es, Mbunas zumindest eine Sorte pflanzliches Trockenfutter zur Verfügung zu stellen.  Damit sollte man die Tiere regelmäßig füttern. Wichtig ist abwechslungsreiches und qualitativ gutes und nicht überlagertes Futter. An diesem Punkt sollte nicht gespart werden. Die Tiere werden eine qualitativ hochwertige Futtergabe mit Schwimmfreude, schönen Farben und Vitatlität danken.

Melanochromis maingao Aulonocara firefish "Coral Red"

Frostfuttersorten:
Mückenlarven füttere ich nicht, da sie häufig aus unsauberen Gewässern stammen. Frostfutter sollte vor dem Verfüttern immer ganz aufgetaut werde und mit einem feinen Sieb das Auftauwasser abgespült werden. Geeignete Frostfuttersorten sind:
- Cyclops
- Krill
- Mysis 
- Artemia.
Dennoch bleibt bei Frostfutter immer ein Risiko, sich Bakterien ins  Wasser einzuschleppen. Daher füttere ich dies nur noch sehr selten.

Aquatic Nature
Ein sehr gutes Granulatfutter ist das "Aquatic Nature Cichlid Food Excel Color S". Ich habe es mittlerweile etliche Jahre ausgiebig getestet und ich kann es nur empfehlen. Den Tipp hab ich damals von Thomas Seifert bekommen. Es ist meiner Meinung nach das beste Futter auf dem Markt. Ich füttere es fast ausschließlich. Es hat einen sehr niedrigen Fettgehalt von nur 4 % und reichlich Ballaststoffe. Die Tiere wachsen sehr gut ab, verfetten jedoch nicht.  Ich weiche es vor dem Füttern etwa 5-10 Minuten in etwas Wasser ein. Wenn man es etwas verdrückt, geht es auch unter. Ein weiterer Vorteil dieses Futters ist auch, dass es fast keine Wassertrübung verursacht.

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Einsetzen der neuen Fische ins Aquarium

Beim Einsetzen der neuen Fische ins Aquarium sollten Sie wie folgt vorzugehen. Die Fische sollten nicht mit dem Transportwasser einfach ins Becken gegeben werden. Erforderlich im Interesse der Tiere ist ein sorgsames Einsetzen. Die Fische mit dem Transportwasser am besten in einen größeren Eimer oder ein ähnliches Gefäß geben. Dann sollten Sie langsam etwas Wasser aus dem „neuen Zuhause“ der Tiere dem Transportwasser beimengen. Dazu kann üblicher 6 mm Luftschlauch verwendet werden. Das Aquarienwasser wird durch den dünnen Luftschlauch in den Eimer mit dem Transportwasser gelassen. Anschließend sollten Sie einen Teil der Wassers im Eimer abgießen und die Prozedur (gegebenenfalls mehrfach) wiederholen. Das beschriebene Vorgehen bewirkt eine langsame Angleichung der Wasserwerte (insbesondere Angleichung des ph-Wertes und der Wassertemperatur). Je länger der Transport gedauert hat, umso langsamer und behutsamer sollte die Angleichung mit dem neuen Aquarienwasser erfolgen. Anschließend sollten Sie die Tiere sorgsam und langsam – und zwar ohne das Wasser im Eimer - ins Becken einsetzen.

Pseudotropheus msobo magunga Pseudotropheus msobo magunga

Wasserwechsel
Um erfolgreich Aquarienfische zu pflegen ist ein regelmäßiger Teilwasserwechsel unbedingt erforderlich. Dies gilt selbstverständlich auch für Malawisee-Cichliden. Der Wasserwechsel ist erforderlich, um Schadschoffe, die im Wasser enthalten sind (z.B. Nitrat) zu reduzieren. Beim Wasserwechsel sollte das frische Wasser temperiert nachgefüllt werden (24 bis 25 Grad Celsius). Ein Wasserwechsel empfielt sich bei normal besetzen Aquarien alle 10 Tage. Bei Zucht- und stark besetzten Aufzuchtbecken sollte der Wasserwechsel im wöchentlichen Turnus erfolgen, wobei grundsätzlich ein Wasserwechel von 30 bis 60 % zu empfehlen ist.
Regelmäßige Wasserwechel sind ein wesentlicher Faktor für eine gut funktionierende Unterwasserwelt. 

Aulonocara firefish "Coral Red" Aulonocara firefish "Coral Red"

Salzzugabe
Bewährt hat es sich in der Praxis etwa 0,5 bis 0,7 Gramm Salz pro Liter Aquarienwasser ins Wasser zu geben. Ich nehme das JA Salz mit Jod und Flurorid. Auch das SAFRI Salz ist gut. Die genannten Salze trüben das Wasser nicht. Ich löse das Salz vorher in warmen Wasser auf. 

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Bilder aus einem 500 Liter Zuchtaquarium

Sauerstoffsättigung im Wasser

Ein bedeutsamer Faktor für eine artgerechte Haltung von Malawibuntbarschen ist sauerstoffreiches Wasser. Sauerstoff ist einer der belangreichsten Faktoren für das Leben im Aquarium! In der Nutzfischzucht ist seit langem bekannt, dass sauerstoffreiches Wasser die Gesundheit und das Wachstum der Fische fördern. Für Fische ist ein Leben in sauerstoffarmen oder gar sauerstofflosen Gewässern nicht möglich. Um den aus klaren, sauer- stoffreichen Gewässern stammenden Malawi-Buntbarschen im Aquarium gerecht zu werden, müssen die Sauerstoffbedingungen ideal sein. Sauerstoffmangel der Fische ist unbedingt zu vermeiden. Eine solchen erkennt man, wenn die Fische, meist morgens, an der Wasseroberfläche oder im Filterstrom stehen und schwer atmen schwer. Das bedeutet, dass der Sauerstoffgehalt im Aquarienwasser zu niedrig ist. In unseren heimischen Aquarien ist das Wasser in der Regel nur zu ca. 80% mit Sauerstoff gesättigt. Sofern der Sauerstoffgehalt nur um weitere wenige Prozentpunkte sinkt leiden die Fische unter Atemnot. Stellen wir Atemnot der Tiere fest, sollte zunächst überprüft werden, ob ein Gerät ausgefallen ist. Für Sauerstoffzufuhr sorgt in erster Linie die Filtration, indem sie das Wasser bewegt, oder die Strömungspumpe und auch ein Luftsprudler. Die häufigste Ursache für zeitweisen Sauerstoffmangel ist ein stark verunreinigter Filter, dessen Anschlussleitungen, oder eine mit Pflanzenmaterial zugesetzte Strömungspumpe. In beiden Fällen wird das Wasser nicht genügend bewegt und somit nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff angereichert. Reinigen Sie also den Filter und dessen Schlauchleitungen - und sofern vorhanden - die Strömungspumpe. Meist ist das Problem innerhalb von ein bis zwei Stunden behoben. Um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten ist es ratsam, für eine ausreichende Bewegung des Wassers zu sorgen. Auch sollte die Oberfläche des Wassers in Bewegung sein, um die Bildung einer Kahmhaut zu vermeiden. Empfehlenswert ist der Einsatz einer Strömungspumpe. Bei einem Außenfilter kann zusätzlich auf der Druckseite ein Diffusor verwendet werden. Auch Luftsprudler sind ratsam. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Oxidatoren.

Filterung
Wichtig ist, den Filter ausreichend groß zu wälen. Als Faustregel gilt eine 3 bis 4-malige Wasserumwälzung in der Stunde. Der Filter sollte nicht zu häufig und zu intensiv gereinigt werden, da die Bakterienstämme erhalten bleiben müssen. Meine Zuchtbecken filtere ich über sog. Hamburger Mattenfilter. Dies ist eine biologische Filterung, die kostengünstig und sehr effektiv ist. Für Showbecken oder ein Aquarium im Wohnbereich ist sicherlich der Einsatz eines Außenfilters oder meherer Außenfilter zu empfehlen. Hierbei sollte auf ausreichend großes Filtervolumen und hohe Pumpenleistung Wert gelegt werden. Gute Erfahrungen habe ich mit Filtern von Eheim und JBL gemacht.

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Wasserwerte
Folgende Wasserwerte hat das Recklinghäuser Leitungswasser:
Ph-Wert: 7,52
Härte: 1,99 mmo/l
Gesamthärte: 11,2 °dh
Karbonathärte: 8,2 ° dh

Richtiger Besatz bei Kleinen Becken
Viele Aquarianer haben recht kleine Becken, z.B. mit 100 cm Kantenlänge. Auch hier können einige kleine Mbunas gepflegt werden. Wichtig ist es, bei kleinen Becken nur friedliche Arten für einen sinnvollen Besatz auszuwählen.
So könnte z.B. ein Becken mit 100 cm bis 120 cm Kantenlänge wie folgt besetzt werden:
1/2 Labidochromis caeruleus "yellow"
1/2 Iodotropheus sprengerae "makokola red" oder / und
1/2 Cynotilpia afra "cobue"
2 Ancistrus

Antennenwelse
Es ist ratsam, einige Antennenwelse (Ancistrus) ins Malawibecken zu integrieren. Es gibt sie u.a. als "normale" Form und in der Albinovariante. Diese Welse fressen die unerwünschten braunen Algen und helfen, auf natürliche Art für ein sauberes Becken zu sorgen. Bei mir hat es sich bewährt, auf 100 Liter Wasser ein oder zwei Antennenwelse einzusetzen.

Ancistrus Ancistrus_gold
Antennenwelse

Buchtipps
Zur Lektüre kann ich uneingeschränkt die Bücher von Andreas Spreinat und Ad Konings empfehlen:

- Malawisee-Buntbarsche (Andreas Spreinat), Erfolgreiche Haltung und Zucht, Dähne Verlag, ISBN 3-935175-10-8
- Malawisee-Buntbarsche (Andreas Spreinat), Teil 2: Arten und Lebensräume, Dähne Verlag, ISBN 10: 3-935175-23-x
- Malawisee-Cichliden aus Tansania (Andreas Spreinat), ISBN: 3-926142-42-1
- Back to Nature Handbuch für Malawibuntbarsche (Ad Konings), ISBN 3-935175-18-3
- Atlas der Malawisee Cichliden Band I (Ad Konings), Bede Verlag, ISBN 3-931792-09-9
- Atlas der Malawisee Cichliden Band II (Ad Konings), Bede Verlag, ISBN 3-931792-10-2
- Atlas der Malawisee Cichliden Band III (Ad Konings), Bede Verlag, ISBN 3-89860-085-8

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